Mittwoch, 26. Juli 2017

Waschtag

Sodele, 23:30 Uhr und ich lassen den Tag revue passieren. Obwohl es wieder ein super sonniger und heißer Tag war, sitze ich jetzt drinnen im "Wohnzimmer", weil die feuchte Meeresluft es draußen doch kühl werden läßt. Es ist noch hell genug und das ist gut so, denn Strom und damit Licht habe ich ja noch nicht.
Heute ist kein großes Stück Arbeit zu sehen. Ich habe lediglich ein paar Tropfleisten gestrichen, die ich nmorgen an Nord- und Westseite des Hauses montieren muss. Sie sollen den Grundrahmen vor Regen schützen. Am Nachmittag möchte ich nach Harstad - ich habe einiges zu erledigen, z.B. den Sch...Generator zurückbringen. Also putze ich ihn und lade ihn mit Ragnars Hilfe in's Auto. Nun gibt es noch eine Menge Kleinigkeiten zu tun, z.B. ein Waschbecken anzuschrauben, was aber nicht funktioniert, weil die Schrauben zu kurz sind. Also für nachher notieren "Schrauben besorgen". Nun bastle ich eine Dusche: großer Speiskübel, Duschvorhang ringsrum und Solardusche mittenrein. Muss ich natürlich gleich ausprobieren. Aber nicht etwa, weil mir Anneliese gestern angeboten hat, bei ihnen zu duschen oder Wäsche zu waschen, sondern einfach weil ich es probieren will! Das Wasser in der Solardusche ist so heiß, daß ich mich fast verbrühe; aber zum nachfüllen mit kaltem Wasser bin ich zu faul. Also leide ich halt ein wenig und beeile mich. Das restliche warme Wasser nutze ich dann gleich für eine Wäsche. Das Wasser hier ist so weich, daß das Waschmittel kaum auszuwaschen geht. Sauber ist sicher was anderes, aber frisch riechen tun die Sachen jetzt wenigstens wieder. Ich hänge sie zum trocknen über mein angefangenes Terrassengeländer. Sieht von der Straße bestimmt ganz lustig aus. So frisch gereinigt komme ich mir schon gleich wieder ganz anders vor.
      


Jetzt ist es Zeit aufzubrechen. Zuerst bei der Bank vorbei und agen.wegen einer Hausversicherung nachfragen. Dann ab nach Harstad - ich habe mich für ca. 17 Uhr mit Eystein verabredet, der hat Möbel zu verschenken. Vorher muss ich noch den Generator reklamieren - die finden aber nichts. Hm - ich bin doch nicht böd!? Ich bestehe darauf, dass ein Mechaniker sich das Gerät anschaut, wenn es warm gelaufen ist.D.h. ich muss diese Woche nochmal hinfahren. Macht nichts, denn die Schrauben für's Waschbecken hat auch niemand im Sjøcenter und der Baumarkt hat schon geschlossen. Aber ich bin ja wegen der Möbel hier: eine gemütliche Bank für die Terrasse zu meinem Tisch wollte ich haben. Dazu finde ich auch noch einen Schreibtisch, einen Spiegel, einen Wäschständer (statt Terrassengeländer) und einen Couchtisch. So langsam bekomme ich zusammen, was ich brauche. Als ich wieder zu Hause bin, ist es schon 19:30 Uhr. So, jetzt bei Ragnar nach dem Strom gefragt - ich habe mir extra nochmal 20 m Verlängerungskabel geholt. Als kleines Dankeschön (weil Ragnar keinen Wein trinkt) bringe ich ihm eines der Schweizer Taschenmesser mit - soviel wie der immer bastelt kann er das sicher gebrauchen. Seinen glänzenden Augen nach, habe ich ganz gut getroffen - das freut micht! Für morgen abend 19 Uhr verabreden wir uns auf ein Glas Wein für die Damen - Eva hat extra dafür Käse gekauft.
Meine 3 Verlängerungskabel reichen knapp bis auf die Terrasse - bis in's Haus hinein reicht es nicht. Also hole ich die Kochplatte kurzerhand heraus - jetzt muss ich schnell alles verkochen, was weg muss. Schließlich habe ich seit knapp einer Woche keinen Kühlschrank! Da gibt es einiges - das wird einfach alles zusammengeworfen. Hoffentlich kann man das noch essen? Schinkenspeck, aufgetautes Gemüse, 2 Tage alte Spaghetti...die nächsten Stunden werden es zeigen, ob das Zeug noch genießbar war.

Es gibt immer was zu sehen - zu meinen Füßen unterhalten sich Björn und Kjetil, später gehen die Nachbarn spazieren, da müssen sie bei mir vorbei. Und auf dem Meer? Da ist heute morgen ein Stück Treibholz vorbeigeschwommen und ich dachte mir "jetzt fehlt nur noch eine Flaschenpost, dann habe ich alles gesehen". Und was soll ich sagen? Heute Abend schwimmt tatsächlich eine Flasche(npost) vorbei!!!

Montag, 24. Juli 2017

Einbürgerung

Halb elf, draußen wird es jetzt frisch, darum ziehe ich mich in die angenehm temperierte Hütte zurück. Ich war den Abend bei Anneliese und Björn auf ein Glas Wein, darum weiß ich gar nicht mehr, was heute so los war. Scharf nachdenken! Also....
eigentlich habe ich Frank Høgås erwartet, darum bin ich früh aufgestanden. Nix war. Ich habe im Laufe des Vormittags mehrfach dort angerufen und nur die Mailbox erwischt. Vorsichtshalber bleibe ich aber lieber zu Hause. Ich habe mir vorgenommen, solange Ragnar nicht da ist, bei Kjetil am Bootshaus Strom abzuzapfen, der aber eigentlich von Ragnar kommt. Damit kann ich meine Säge betreiben - bis zur Kochplatte reichen aber meine Verlängerungskabel nicht.
Heute muss das Baugerüst auf der Westseite dran glauben - das wird jetzt abgebaut. Nicht ganz einfach, wenn ich es nicht einfach einreißen, sondern Schrauben und Holz weiterverwenden will. Es ist wieder ein heißer Sommertag, die Arbeit geht langsam aber stetig voran. Aus den abgebauten Hölzern kann ich das Terassengeländer machen - da gibt es viel zurechtzusägen. Mit richtigem Strom macht das sägen wieder Spaß (und jede Menge Staub). Ich produziere in Serie Geländerpfosten, die ich natürlich auch noch anschraube. Die Schrauben sind so rauh, daßdie Haut an meinen Fingern aufplatzt und schmerzt. Na, dann kann ich ja aufhören. Das Meer ruft! Ja, ich geh noch ein wenig "baden".
Frank Høgås hat sich gemeldet, er will heute noch vorbeikommen und den Auftrag besichtigen, aber noch nicht beginnen. Er kommt erst kurz vor 8 Uhr abends und leiert soviel norwegisches Zeug zusammen, daß ich gar nix mehr verstehe. Bitte die Essenz auf englisch: er versucht, diese Woche noch zu graben, aber vielleicht wird es auch nächste Woche. Er gibt mir per SMS Bescheid - verspricht er.

Ach ja, dann war da noch das Speedboot aus Narvik, das zielgerichtet direkt auf mich zusteuert. Die beiden Harleyfahrer, diesmal in Badehose und mit Bikini-Blondinen. Sie proben schon mal das sonnenbaden am Bootshaus. Ob sie es wohl kaufen?

Abschluss ist - wie gesagt - ein Glas Wein. Und eine neue Matratze, die mir meine Nachbarn geschenkt haben und die Björn herübergetragen hat. Da werde ich drauf schlafen wie die Prinzessin auf der Erbse (sagt Anneliese). Gut Nacht!

Sonntag, 23. Juli 2017

Wer nicht am Meer wohnt ist selber schuld!

Ok, der Spruch ist geklaut, aber wahr! Als Landratte hatte ich ja keine Ahnung, wie spannend es am Meer sein kann. Und eigentlich ist das hier mehr als Meer: nach Westen geht es in's offene Meer - endlos. Nach Süden bin ich quasi mitten in den Alpen - schneebedeckte Berge am anderen Ufer. Wie an einem großen See. Und jede Menge Wasserverkehr hier - abgesehen von den vielen Sorten Fischen und Vögeln. Ich habe schon gesehen: "normale" Fischerboote, Frachter, Küstenwache, Segelboote, Yachten, Speedboote, Jetski, kleine Anglerboote mit Außenbordmotor aus Holz, Aluminium, Kunststoff, ein Ruderboot, ein Schlauchboot, ein Kajak....was fehlt noch? Man hört sie schon von Weitem und muss dann Ausschau halten, bis man sie sehen kann. Vaters alter Jagd-Feldstecher tut hier super Dienste! Er steht immer griffbereit.

Es ist wieder ein "Sonn"-Tag. Eva und Ragnar sonnenbaden. Soinnenbaden? Ragnar? Das glaube ich nicht! Stimmt, da habe ich mich verguckt. Ragnar trägt seine lange schwarze Arbeitshose und kommt kurz mit dem Hund vorbei. Er fragt, ob ich heute arbeite? Ja, aber er auch. Er muss anstreichen, was er an alter Farbe die letzten Tage von der Hütte entfernt hat. Eva kommt rüber, schaut sich meine Hütte an und wir setzen uns gemütlich auf meine Terasse und klönen ein wenig. Sie gibt sich viel Mühe mit englisch, aber wenn Ragnar dabei ist, traut sie sich nicht (sein englisch ist besser). Ich lerne dabei, daß schwedisch sich doch ein ganzes Stück vom Norwegischen unterscheidet. Wir verabreden uns für einen gemütlichen Abend in den nächsten Tagen.

Spaghetti werden auch im kalten Wasser gar, zumindest wenn sie - wie meine - 24 Stunden darin ausharren dürfen. Ich bekomme den Generator sogar zum laufen und kann sie kurz ankochen - dann gibt das Stromaggregat wieder mal auf für heute. Für mein Mittagessen hat es jedoch gereicht.
Björn und seine Tochter Marianne gehen natürlich wieder fischen - sie haben gestern schon wieder einen Heilbutt gefangen - den zweiten! Ich glaube, Marianne vermißt ihre Heimat hier im Norden, sie wohnt in Südnorwegen in Lillehammer. Natürlich geht sie mittags auch wieder mit ihrem Papa schwimmen. Bis ich reif zum schwimmen bin, ist es schon 4 Uhr nachmittags - ich "arbeite" eben gaaanz langsam mit vielen Terassenpausen. Das Wasser ist zurückgegangen und ich muss mir ein Plätzchen suchen, an dem ich geschickt zum Wasser komme. Björn hat unterhalb seiner Hütte gestern einen Weg gemäht von der Straße zu einem großen flachen Felsen am Meer. Das ist ein toller Zugang. Das Ufer ist flach und mit großen Kieselsteinen übersät. So komme ich nur etwa knietief in's kristallklare Wasser. Aber das reicht mir auch - ich kann mich ja reinknien und naßspritzen. Ist kalt genug. Ein wenig mime ich auf dem Felsen noch die Meerjungfrau und dann geht es mit neuer Energie an meinen Fußboden.

Samstag, 22. Juli 2017

Sommer!

Irgendwie komme ich heute gar nicht in die Strümpfe. Mein Schlafzimmer hat nur ein Fensterchen nach Norden und dort steigt der Berg gleich steil an - so kriege ich ncihts mit vom herrlichen Sonnenschein. Als ich dann doch rauskrabble lockt mich die Sonne sogleich auf die Terasse - warm, nein fast heiß ist es da schon um 10 Uhr.
Zum Frühstück gibt's heut Wale. Nein, nicht auf dem Teller... Eine halbe Stunde lang kann mich meinen Blick nicht von ihnen abwenden. Obwohl, zuerst sehe ich sie gar nicht, ich höre
nur Darth Wader schnaufen. Aber nach langem suchen mache ich sie weit draußen im Fjord ausfindig. Bis zu 4 oder 5 Flossen schauen manchmal gleichzeitig aus dem Wasser. Sie kommen nur kurz hoch und tauchen dann im Bogen wieder ab. Manchmal geben sie auch ein bischen Gas und schwimmen kurz unter der Oberfläche ein Stück. Ich genieße es.
Ein ganz leichtes Lüftchen kreuselt das Wasser gerade soviel, daß es wie Sterne in der Sonne glitztert und blinkt! Ein Kajak paddelt vorbei.

Aber ich sollte ja auch wieder etwas arbeiten. Die Farbe an den Türen ist ziemlich trocken, so versuche ich, den Torfflaum mit einer Bürste abzuwischen. Geht ziemlich gut. Es bleibt nur wenig Torf oder Ungeziefer hängen, aber das werde ich jetzt nicht mehr ändern. Nachdem die Türen enttorft sind, muss ich sie noch entkleben. Das ist schon eher eine Sauerei, weil die Farbe an den Rändern des Klebebands noch nicht ganz trocken ist. Ich muss höllisch aufpassen, daß ich damit nichts falsches einfärbe.

Um die Mittagszeit rollen 2 Harleys daher und halten dirket vor meinem Grundstück. Sie interessieren sich für die Bootshäuser und das Grundstück nebenan. Wir reden etwas Benzin und Sonstiges - eine nette Abwechslung! Björn kommt mit seiner Tochter im Badelook daher - die wollen tatsächlich im Fjord baden! Brrr! So hört es sich auch an. Übrigens - der Strand in Evenes ist total übervölkert - die Menschen tummeln sich im seichten Wasser.

Die Türen sind fertig - und nun? Dann muss ich wohl wieder am Fußboden weitermachen - mag ich ja gar nicht. Den Flur bekomme ich soweit fertig, nur die letzte Diele muss noch zurechgestutzt werden. Ein neuer Versuch für die Säge - Pech, der Generator verabschiedet sich sofort. Geht nicht. Also muss ich das mit der Handreissäge machen - wird zwar nicht so schön und geht auch nicht so schnell, aber es wird passabel. Es sind mal wieder ein paar richtig krumme Hunde bei den Dielen dabei, das kostet Zeit und Nerven. Um 17 Uhr mag ich nicht mehr. Außerdem habe ich den ganzen Tag noch nichts gegessen und die  Akkus sind leer.

Ich freue mich auf Spaghetti und werde dann auch gleich die Akkus laden, wenn ich den Generator angeworfen habe. Soweit so gut. Das Wasser wird schon langsam warm, in der Zwischenzeit möchte ich ein wenig saugen. DAs war zuviel des Guten - der Generator sagt wieder tschüss. Also gut, dann halt nur kochen...eine geschlagene Stunde brauche ich, bis der Generator wieder läuft! Ganz vorsichtig kochen - keine weiteren Verbraucher dranhängen. Batsch - schon wieder aus. Das Wasser wurde gerade wieder warm. Ich schau mir den Generator und die Zündkerze genauer an, ja rußig und nass ist sie. Aber trotz Reinigung und allen möglichen Tricks wird das nichts mehr mit dem Stromaggregat. Ich glaube, das ist Schrott. Ich bin stinksauer und werde es nächste Woche zurückbringen! Nun sitze ich da, ganz ohne Strom. Der Elektriker will erst am Donnerstag kommen, und wenn er geht ist der Strom noch lange nicht tatsächlich da. Also bleibt die Küche kalt, es gibt Lachsbrot. Der leckere Lachs von Astrid versöhnt mich etwas - das ist tatsächlich der beste Lachs, den ich jemals gekostet habe!

Den Abend genieße ich auf der Terasse - es ist nur etwas kühl. Ich habe meinen Gartentisch hochgehievt und kann jetzt im Freien mit Fjordblick meinen Blog schreiben. Björn und Tochter sind mit dem Boot beim Fischen draußen. Sie unterhalten sich dabei mit Ragnar von nebenan. Norwegenidylle...

Freitag, 21. Juli 2017

Streich(el)tag

Mitten in der Nacht, als ich mal raus musste, habe ich meine Freunde, die Wale, wieder beobachten können. Am Morgen wecken mich klopfende Geräusche...wer macht sich denn hier zu schaffen? Ich gehe nachsehen und finde heraus, daß lauter kleine Torfknöddel auf die Terasse kullern, und das klopft so. Aber es geht gar kein Wind? Und es gibt weitere sonderbare Geräusche - aha, Elstern auf meiner Terasse. Die schmeißen vermutlich auch mit Torfbällchen um sich. Haut ab!

Heute scheint wirklich die Sonne! Der Himmel ist wolkenlos und das Meer blitzeblank. Und für die nächsten Tage soll es so bleiben, d.h. jetzt bekommen die Außenarbeiten Priorität. Aber zuerst muss ich die Sache mit dem Elektriker klären: ja, er hat jemanden (Alexander), der nächste Woche kommen kann. Ich soll ihn am Abend anrufen. Auf dem Rückweg hole ich auf Viggos Campingplatz noch frisches Wasser, jetzt bin ich mit 80 l ganz gut versorgt.

Türen streichen! Halt, stop! Da kommt ein LKW von der Post - tatsächlich zu mir! Sie bringen schon den Kühlschrank, aber der sollte doch erst nächste Woche geliefert werden? Ich hab ja noch gar keinen Strom - und keinen fertigen Fußboden. Was soll's, dann sollen sie ihn halt erstmal draußen abstellen. Oder vielleicht können sie ihn gleich auf die Terasse hochstellen? "Klar" sagt der Eine, "nein" sagt der Andere. Der will wohl noch Karriere machen? Das Hochtragen hätte ich teuer extra bestellen müssen. "Ist doch wurscht" sagt der Eine wieder. Aber der Andere gewinnt. Tja....

Ich beginne mit der Terassentür - bis die abgeklebt ist vergeht schon ziemlich viel Zeit. Das Streichen selbst macht fast nur noch die Hälfte an Zeit aus. Während ich so vor mich hin arbeite, merke ich, daß ich jetzt vielleicht doch "angekommen" bin!? (so hat mir das ein guter Freund vor Kurzem gesagt) Ich bin im Hier und Jetzt, denke nicht an morgen oder gestern, bin einfach nur da. Ein Lüftlein streicht durch meine Haare, die Sonne streichelt meine Haut und die Ruhe streichelt meine Seele.

Als die Tür fertig ist, ist es schon 14 Uhr - ich bin ziemlich müde und hungrig. Da ich noch keinen (funktionierenden) Kühlschrank habe, muss ich das Gemüse schnell vernichten, also gibt es eine große Schüssel Salat mit Käsebrot. Und eine Mittagsruhe im Campingstuhl auf der Terasse - in eine Decke eingehüllt, gegen den Wind. Der Körper ist ausgelaugt und sehnt sich nach Ruhe, der Kopf sieht die viele Arbeit und treibt an - schaun wir mal, wer hier gewinnt.

Björn hat gesagt, meine Hütte sähe aus wie eine Rorbu, d.h. wie eine dieser auf Stelzen stehenden Fischerhütten. Jeder hat eine Meinung zu meiner Hütte. Immer nur Positives (außer Kjetil, der die Farbe nicht mag). Ragnar kommt vorbei, wir wechseln ein paar Worte. Ich möchte den Strom bezahlen, den wir während der Bauerei von ihm bekommen haben, aber er winkt ab. Vielen Dank!

Jetzt bin ich schon dabei, jetzt mache ich auch die andere Tür noch! Ein leichter Wind kommt auf; eigentlich nicht schlimm. Aber er bläst den Torf vom Dach und dieser findet wunderbaren Halt an der frischen Farbe. Der Kontrast zum eigentlichen Weiß ist krass! Weiße Türen mit braunem Flaum...aber was will ich machen? Das letzte Mal beim Malen hat's geregnet, das Ergebnis war auch nicht viel besser. Als ich fertig bin, hört natürlich auch der Wind auf!

Donnerstag, 20. Juli 2017

Wohnst Du schon oder baust Du noch?

Beides, würde ich sagen. Aber wohnen kann man das eigentlich noch nicht nennen. Eher noch bauen.

Die erste Nacht in der Hytte habe ich wunderbar und lange geschlafen - bis halb zehn! Meine Freunde aus dem Ingolstädter Posauenchor haben mir ein Schlafliedchen (von den Schafen, die draußen vorbeiuklingeln) gespielt und per Whatsapp geschickt - was moderne Technik alles möglich macht! Als die Nase kalt wird, stehe ich dann doch auf. Mangels Heizmöglichkeit bleiben Morgentoilette und Frühstück heute aus - das kann aber kein Dauerzustand sein. Aber mir wird was einfallen.

Draußen ist es kalt und feucht, also mache ich weiter mit Fußboden legen. Schließlich will ich ja auch nicht ewig auf den losen Brettern herumbalancieren und schon gar nicht nochmal einbrechen. Es geht langsam voran, es ist mühsam. Mir scheint, als ob ich viel zu wenig Dielen habe? Es gibt noch so ein paar Stellen, an denen Restholz herumliegt, dort mache ich mich auf die Suche. Tatsächlich tauchen noch 2 ganz lange Dielen auf, die ich gerade brauchen kann. Trotzdem fürchte ich, daß mir das vorhandene Holz nicht reicht. Man wird sehen... Zwischendrin sammle ich in der Müllecke weiteres Brennholz in den Schubkarren und stelle ihn unters Dach, damit das Holz trocknen kann.
Viggo hat mir gestern übrigens angeboten, wenn ich starke Männer brauche, um die Unterlegplatte unter den Ofen zu bekommen, dann darf ich auf ihn zurückkommen. Nett!

Immer wieder lohnt sich ein kleines Päuschen, 2 min im Sessel auf der Terasse. Es ist kalt und trocken. Dicke Wolken hängen im Fjord, aber über den Wolken scheint die Sonne - da bin ich ganz sicher! Das Fernglas ist hier stets griffbereit - es gibt immer was zu sehen. Und wenn es nichts zu sehen gibt, dann gibt es Meer zu sehen, Wellengeplätscher, Wolken, schneebedeckte Berge... Heute gibt es Bojen zu sehen, die gestern noch nicht da waren. Später fahren Björn und seine Tochter mit dem Boot raus und sammeln sie weider ein. Daran waren Fangleinen befestigt. Mit dem Fernglas sehe ich, wie Björn die ganze kleinen Fische, die daran hängen, wieder ins Meer wirft. Und dann - ein Heilbutt! Klasse. Die Tochter freut sich so, daß ihr schallendes Lachen über den ganzen Fjord zu hören ist!
Ein Bootssteg wird vorbeigeschleppt - den habe ich gestern im Internet "zu verschenken" gesehen. Heute zieht er schon um!

Zurück an die Arbeit! Ich möchte mit der großen Säge ein "Ersatzteil" für den Fußboden basteln. Aber ich kriege sie nicht an's Laufen. Gestern schon hat der Generator schwer gekämpft, wenn ich die Säge gestartet habe, heute packt er es gar nicht. Ich starte bestimmt ein Dutzend Versuche oder mehr - keine Chance, der Generator wird immer abgewürgt. Mist... Muss ich halt schauen, was ich ohne Säge machen kann und die großen Sägearbeiten auf später verschieben, wenn ich richtigen Strom habe. Die letzte lange Diele liegt vor mir - aber die ist echt eine Herausforderung. Die ist ja sooo krumm! Wenn sei an beiden Enden dicht schließt, klafft sie in der Mitte bestimmt mindestens 2 cm auf! Da muß ich ganz schön schwer arbeiten und tricksen. Das hier bringt auch kein Audianer auf "Null-Fuge"! Mehr Fußbboden mache ich heute nicht.
Dafür teste ich jetzt mal den Generator auf Kochtauglichkeit - ich habe meine Kochplatte herausgekramt und brutzle mir ein Mittagessen. Ja, bei der Induktionsplatte kommt er ganz schön in's Schnaufen, aber er packt's. Also gibt es jetzt wenigstens was ordentliches zu essen.

Heute ist der Müllplatz geöffnet, also sammle ich alles ein, was schon mal entsorgt werden kann und soll. Ca. 10 große Säcke mit "Bauschutt" landen im Amarok. Ab zum Müllplatz und zum Elektriker, der wohnt direkt daneben. Aber - der Elektriker ist nicht da und am Müllplatz wartet eine Autoschlange, die geht bestimmt bis zum Sportplatz den Berg hinauf. Darauf habe ich jetzt keine Lust! Es gibt noch genügend andere Dinge zu tun - ein paar übrig gebliebene Fundamentsteine einsammeln, das Klozelt abbauen, die Dachrinne vom Torf befreien. Und eigentlich wollte ich ja anfangen, die Türen zu streichen. Mach ich morgen...

Um 18 Uhr versuche ich es erneut am Müllplatz - die Schlange ist immer noch da, nur nicht mehr ganz so lange. Macht nix, jetzt warte ich. Ein ganzes Auto voller Müll - hauptsächlich Plastik - werde ich los! Dann muss es wohl auf meinem Grundstück jetzt schon viel ordentlicher aussehen?
Zur Feier des Tages gönne ich mir einen Milkshake an der Tanke, also mit anderen Worten ein Eis. Mmmh! Für heute habe ich Feierabend beschlossen. Ich versuche mich wieder am Ofen; während hinter mir das Feuerchen knistert, sitze ich im gemütlichsten Campingstuhl vor der Terassentür und schaue über den Fjord. Ein bischen Wind streift durch die Bäume, die tiefstehende Sonne wirft ein sonderbares Licht auf die Ortschaften am anderen Ufer und graue Wolken spielen um die schneebedeckten Berggipfel gegenüber.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Umzug

Die Jungs sind schon ganz früh zu ihrem Flieger aufgebrochen - das Haus ist leer. Eigentlich wollte ich ja "lange ausschlafen", aber um halb 8 bin ich wach. Nach dem Frühstück sammle ich meine Sachen zusammen - auch das Fahrrad im Keller und das Gemüse im Gefrierschrank nicht vergessen. Der Kopf plant schon wieder, was ich heute auf der Baustelle alles schaffen könnte aber der Körper wehrt sich vehement - es geht mir heute gar nicht gut.
Ich bring schon mal alles zur Hütte und trage es gleich rein - es nieselregnet nämlich schon wieder. Mein Matsch ist wieder wässrig geworden.
Dann fahre ich zurück, putze und räume alles im Haus wieder ordentlich auf und fahre im Anschluss zu Viggo und Ronda um zu bezahlen. Ich Stoffel habe in meinem riesigen Auto lediglich 2 Flaschen Wein mitgenommen! Eine davon schenke ich den Beiden. Das kam sehr gut an! Die Rechnung fällt nicht so hoch aus wie gedacht, mit 7.900 kr inklusive Strom bin ich dabei. Mit Bargeld haben es die Norweger nicht (mehr) so, das habe ich schon beim Kranwagen bemerkt. Ich bekomme immer gleich eine Kontonummer, aber Viggo nimmt auch Bargeld.
Während er die Rechnung schreibt, was ziemlich lange dauert, unterhalte ich mich mit Ronda. Ich erfahre vieles aus ihrem Leben, von ihren Eltern und Geschwistern, wie sie Viggo kennengelernt hat, wo sie aufgewachsen ist und wo sie mittlerweile überall Häuser haben. Sie ist früher auch Motorrad gefahren, hatte dann aber einen Unfall, bei dem ihr linker Arm ein paar Zentimeter eingebüßt hat. Aktuell wohnen sie in ihrem Haus auf der Anhöhe über Viggos Eleternhaus. Dort wohnen jetzt Tochter und SChwiegersohn (Jardar, den ich schon kenne). Auf dem Grundstück gibt es noch in klitzekleines Häuschen mit Grasdach, das angeblich mit ausgestopften Vögeln gefüllt ist - Rondas privates kleines Museum. Ob ich es einmal sehen möchte? Ja schon, aber nicht heute. Das sieht sie ein, aber ich soll unbedingt wieder mal vorbeikommen.
Ronda bewundert meine Hütte, sie sind schon ein paar mal dran vorbeigefahren. Sie sähe so wunderschön aus und ich hätte so einen tollen Platz direkt am Meer! Wenn der Mond scheint, wäre es ganz besonders romantisch! Da freue ich mich ja schon drauf.
Beim zweiten Versuch aufzubrechen, gelingt es mir nach einem langen Schwatz und einem Glas leckeren Apfelsaft. Ronda lobt meine Fortschritte in norwegisch - wir haben ja schon eine richtige Unterhaltung geführt! So, jetzt aber in mein neues zu Hause! Es gibt viel zu tun. Meine Lebensgeister sind wieder etwas zurückgekommen. Ich mache mich wieder über den Fußboden her. Heute muss das Stromaggregat zeigen was es kann, ich benutze meine große Kreissäge. Einschalten muss ich die allerdings gaaanz vorsichtig, sonst kapituliert mein Aggregat. Den neuen Staubsauger probiere ich auch gleich mal aus, aber auch hier muss ich wohl vorsichtig sein. Ein Stückchen weiter komme ich mit dem Boden, aber dann mag ich nicht mehr. Und schon wieder bin ich eingebrochen - beim abstützen mit der Hand abgerutscht und durch die Isolation gebrochen. Muss ich später wieder reparieren - Mist.
Ich muss ja auch noch schauen, wie ich mir was zu essen machen kann und wie ich heute nacht schlafen will - kurz gesagt, ich muss mich noch etwas einrichten. Meinen Campingkocher habe ich nicht dabei, der Tischgrill wird leider nur lauwarm. Um den restlichen Rosenkohl und 2 Würstchen warm zu machen, reicht es aber grade so.

Es ist ekelhaft nasskaltes graues Wetter, manchmal kann ich kaum das gegenüberliegende Ufer sehen. Dabei war heute Sonnenschein mit leichter Bewölkung angesagt?! Heizen? Wollte ich eigentlich erst, wenn der Ofen seine Unterlegplatte bekommen hat, aber dann ändere ich eben meine Pläne. Etwas Warmes braucht der Mensch! Man soll den Ofen ja langsam anfeuern - das ist auch gar nicht schwer, denn erstens habe ich fast kein Anzündholz und zweitens sind meine Holzreste natürlich alle naß. Also klappt das mit dem Feuer nicht so ganz. Immerhin kann ich einen Topf voll Wasser lauwarm bekommen. Das genügt für heute. Ab morgen soll laut Viggo eine Woche lang die Sonne scheinen - das ist dringend nötig. Mein Matsch muss weg und die Türen müssen unbedingt trocknen, damit ich sie streichen kann. Sie bekommen schon Stockflecken.

Dienstag, 18. Juli 2017

Planieren

Ab heute bin ich alleine auf der Baustelle. Fußboden legen ist die jetzt wichtigste Aufgabe. Eigentlich nichts Unmachbares. Aber ich spüre das Alter und die Arthrose; den ganzen Tag auf den Knien rumrutschen, aufstehen, hinknien...das geht gar nicht mehr gut. Folglich schleppt sich das Ergebnis so dahin. Zwischendrin lege ich immer wieder ein Päuschen ein und entspanne auf meiner riesigen Terasse. Auch die Wale entspannen sich - den ganzen Vormittag sind sie immer wieder zu sehen. Allerdings scheinen sie heute nicht ganz so übermütig zu sein, es ist ja auch ziemlich kühl heute.

Bis mittags habe ich erst das Schlafzimmer und den Windfang gemacht. Bei beiden fehlt jedoch noch die letzte Diele. Die muss jeweils zurechtgesägt werden und dafür müßte ich den Generator anwerfen. Das mache ich erst, wenn es sich lohnt und ein paar Sägearbeiten zusammengekommen sind.
Es ist trocken heute und so langsam verschwinden die Pfützen auf meinem Grundstück. Die matschigen tiefen Spuren trocknen etwas an und ich habe die Idee, sie einzuebnen. Mangels Bagger wird Kevin (mein Auto) als Planierraupe mißbraucht. Mit seinen breiten Reifen muss er die Schlammberge platt fahren. Das macht richtig viel Spaß!!! Mit dem Auto durch den Matsch hin- und herkurven.

Aus Harstad erreicht mich die SMS, daß die Glasunterlagplatte für den Ofen angekommen ist. Also fahre ich, wie geplant, am Nachmittag dorthin. Übrige Teile nehme ich mit um sie zurückzugeben. Außerdem kann ich jetzt die ersten Einrichtungsgegenstände kaufen, ganz besonders wichtig: Matratze und Bettzeug. Das Bett wird später drum herum gebaut.
Leider werden nicht alle meine Teile zurückgenommen, insbesondere das große Ofenrohr, denn das war extra bestellt worden. Olav verspricht mir, das anderweitig zu verwenden, er wird es dann mal bei mir abholen. Die fehlenden Brandschutzmauern allerdings erstatten sie mir freundlicherweise zurück, obwohl nicht ganz klar war, ob die geliefert wurden oder nicht - ich habe die Sendung leider nicht sofort kontrolliert. Die ganze Administration ist extrem langwierig weil mal wieder ein neuer Computer installiert wurde, der nicht richtig funktioniert.
Ich brauche noch ein paar Kleinteile, Schrauben, Dachrinnenbürste, 2 Schaufeln usw. An der Kasse lasse ich alles aufschreiben und stelle im Auto fest, daß mir ein sündhaft teurer Garagentoröffner berechnet wurde. Dafür haben sie die 2 Schaufeln vergessen zu berechnen (die neuen Computer?). Den Garagentoröffner reklamiere ich, was auch problemlos zurückgenommen wird... Ich versuche mich auf norwegisch und komme damit ziemlich weit - aber irgendwann ist dann Ende. Ich kapituliere und entschuldige mich für mein miserables norwegisch. Die Kassiererin ist sehr nett und meint: "gar nicht. Für eine Dänin ist dein norwegisch ziemlich gut".

Gegen 8 Uhr abends bin ich wieder in Evenes und fahre direkt zur Hütte, um meine Errungenschaften noch auszuladen. Ich bin ja sooo kaputt - irgendwie ist grade die Luft raus (und die Energie zu Ende). Anneliese kommt vorbei und darf natürlich kurz reinschauen. Die ist wirklich eine Nette! Wir freuen uns beide auf eine gute Nachbarschaft.

Montag, 17. Juli 2017

Das Dach ist dran

Montag. Spät in's Bett gegangen, kurze Nacht. Kaum sind die Jungs weg, stehe ich auch auf und bin dann bald auf der Baustelle. Viel zu tun gibt es nicht mehr für die Jungs, wir suchen erfolglos noch ein paar verschwundene Teile, das Gerüst lassen wir noch stehen, das kann ich dann später selbst abbauen, eine Tropfleiste auf der Nordseite montieren sie noch und Tauno montiert noch die letzten Fensterrahmen.
Es wird wimmer matschiger und meine Auffahrt ist mittlerweile ein Matschloch. Zum Glück bin ich ja steinreich, also sammle ich unterm Haus Steine zusammen und versuche, den Matsch ein wenig zu befestigen. Meine neue Schaufel gehört allerdings zu den verschwundenen Teilen, so nehme ich halt nur die Hände. Eigentlich gefällt mir mein Pflasterweg, trotzdem denke ich, daß er nicht lange halten wird.

Dann warten wir auf den Autokran. Laut Olav wollte jemand vorbeikommen um zu schauen, ob der Kran bei diesem Untergrund überhaupt arbeiten kann. Ab 13 Uhr sollte dann der Kran da sein. Ich schicke die Jungs zum Essen nach Hause, sie haben nichts mehr zu tun. Gegen 1 Uhr wollen sie wieder kommen. Kurz vor eins kommt ein Auto mit 2 Männern, die die Lage begutachten, diskutieren und nur die Köpfe schütteln. Ich beknie sie, irgendwie zu ermöglichen, daß wir den Torf auf's Dach bekommen. Tja, sie zögern. Auf Nachfrage antworten sie, jemand müsste den Preis akzeptieren und Olav geht nicht an's Telefon. 3000 Kronen für geschätzte 3 Stunden - ja, das kann ich auch akzeptieren. Mein Anhänger muss weg und ein Tisch. In 5 min wollen sie schon wieder da sein - tatsächlich! So schnell kann ich gar nicht Platz machen. Mit Anlauf fährt der LKW meine Auffahrt herauf und verteilt eine große Schlammwelle, aber als er fast oben ist, drehen die Räder durch. Der Fahrer lädt 4 von den tonnenschwerden Torfsäcken hinten auf den LKW, fährt rückwärts wieder hinunter und versucht es nochmal mit Schmackes! Es funktioniert.
Die Spurrillen sind jetzt schon fast 30 cm tief und nud nur wenige Zentimeter vor der Terasse kommt der LKW zum stehen. Wir müssen unter Füße und Reifen etwas unterlegen. Die "normalen" Balken brechen bei dem Gewicht sofort, ein Stück Abfallholz vom Haus hält zwar dem Gewicht stand, wird aber soweit in den Boden gedrückt, daß ich es später nicht mehr heraus bekommen.
Dann geht eigentlich alles ganz schnell. Tauno hat noch schnell eine Schippe aus Holz gebastelt, um den Torf zu verteilen und dann wird Sack für Sack hinaufgehoben, aufgeschnitten und verteilt. Guter Torf aus Andøya! Schon nach 1 1/2 Stunden sind 9 riesige Torfsäcke gleichmäßig auf dem Dach verteilt! Ich hätte das nicht gekonnt. Den 10. Sack lasse ich auf die Seite stellen, den kann ich ja später auf dem Grundstück verteilen. Das Dach sieht sehr schön aus, rund um's Haus stapeln sich aber die Torfabälle. Ich muss sie bestmöglich beiseite kehren, sonst trägt man den Dreck ständig in's Haus. Die Kranmänner freuen sich besonders über das Bargeld - im Nachhinein für 1 1/2 Stunden Arbeit ein stolzer Preis, aber jetzt diskutiere ich deswegen nicht mehr! Ich bin so froh, daß dieses Thema erledigt ist. Mait hat noch den Samen verteilt, den Rest muss jetzt Mutter Natur machen. Ich bin gespannt.
Die Jungs haben ihre Sachen zusammengepackt und sind froh und stolz, daß der Job getan ist. Ich bin auch saufroh - die Beiden haben wirklich sehr gut gearbeitet. In 3 Wochen ein schwieriges Fundament auf Stelzen und ein ganzes Haus aufgestellt inklusive Dachbegrünung? Das ist weiß Gott eine Super Leistung! Jeder von ihnen macht noch ein paar Bildchen von der Hütte und dann fahren sie nach Hause. Am Mittwoch in aller Früh fliegen sie nach Hause.


Ich bleibe und möchte eigentlich noch ein ganzes Stück Fußboden verlegen. Vorher aber baue ich jetzt meine "Werkstatt" auf, d.h. die Säge bekommt endlich einen trockenen Platz, ebenso der Stromgenerator, den ich mir vorsichtshalber zugelegt habe. Torf überall wegkehren. Toilette vom Zelt in's Bad umziehen. Dann ist eigentlich die Lust auf Arbeit vergangen. Plötzlich spüre ich, wie ich total müde werde. Der ganze Körper schmerzt und auch der Kopf ist müde - das Wochenende hat halt doch Nachwirkungen. Na gut, im Schlafzimmer lege ich noch 4 Fußodenbretter, aber als dann ein hindernis kommt und ich mit sägen anfangen müßte, mache auch ich Feierabend. Es gibt noch schnell ein feines Essen von Astrid: Kartoffelbrei, Kjøtboller, Erbsen. Dann bin ich fix und fertig...

Sonntag, 16. Juli 2017

Ein "frei"-Tag

So, jetzt bin ich wieder "zu Hause". Die Nacht war kurz, der Tag lang. Ich konnte wieder ewig nicht einschlafen, habe mir aber den Wecker auf 8 Uhr gestellt, weil wir uns für "gegen neun" zum Frühstück verabredet hatten. Astrid war schon wach, hat sich aber erst mal um die Tiere gekümmert und dann hat es laaaange gedauert, bis das Frühstück beisammen war und vor allem, bis auch alle Männer anwesend waren. Ich bin solange auf einen Spaziergang mit Lissy, dem neuen, jungen, total ängstlichen Hund geschickt worden. Sie soll lernen, an der Leine mit einem Menschen mitzugehen. Hat eine Zeitlang einigermaßen geklappt, aber als die Heimat nicht mehr in Sichtweite war, hat sie sich hingelegt und ist keinen Schritt weitergegangen. Heimwärts ist sie dann natürlich gerannt.
So, jetzt schmeckt sogar mir Morgenmuffel das Frühstück! Na ja,bis wir fertig sind ist es schon fast 11 Uhr! Ich darf hier einige ausgediente Möbel mitnehmen, die ich jetzt einlade. Für die Couch muss ich später nochmal extra herkommen. Aber Tisch, Stühle und eine Satellitenantenne freuen sich auf eine neue Aufgabe.

Dann fahre ich zu Peter, auch Deutscher, der ca. 7 km weiter ein Haus gekauft hat. Bei Peter habe ich letztes Jahr ein paar Habseligkeiten untergestellt, die will ich jetzt abholen. Wie immer werde ich dort ganz herzlich begrüßt; Peters Eltern sind auch wieder da. Die sind einfach so herzlich und unkompliziert! Nach ausführlichem und fröhlichem Geklöne, richtet Peters Mutter Kaffee und Kuchen her - geht's mir heute wieder gut! So, jetzt muss ich aber los, meine Sachen noch aus der Scheune holen und ab geht's. Ich will die Strecke über Harstad nehmen, die ist ein ganzes Stück kürzer, aber ich muss mit der Fähre fahren. Und wenn ich die nicht erwische,..... Also schnell nochmal bei Astrid und Uwe reingeschaut und ihnen einen tollen Urlaub gewünscht. Die Jungs freuen sich schon auf ihre jeweiligen Sonder-Erlebnisse: Håkon darf in Darmstadt in ein Fußballcamp, was er sich so sehr gewünscht hat. Er will schließlich Fußballprofi werden, und dafür tut er eine ganze Menge. Ich hoffe von ganzem Herzen, alle 4 können die Zeit sehr genießen und sich gut erholen - sie haben's nötig!

Voll beladen fahre ich zurück nach Evenes. Astrid hat mich noch umfangreich mit Essen versorgt - außer übrigem Kartoffelbrei mit Fleischklößchen hat sie mir eine Rentiersalami und ein Stück von dem herrlichen, geräucherten Lachs mitgegeben.
Meine Hütte hat sich tatsächlich weiterentwickelt (hab leider vergessen, Bilder zu machen) - die Folie und das Holzgerüst sind auf dem Dach und die Firstbretter sind montiert. Es ist zwar noch eine Menge Arbeit da (außer dem Grasdach), z.B. die Regenleisten, die Fensterrahmen und Abbau des Behelfsgerüsts. Aber erstens sind die Jungs wirklich Zauberer und zweitens könnte ich diese Dinge notfalls auch selbst hinbekommen. Mein Abend besteht darin, alle mittlerweile angesammelten Einrichtungsgegenstände ins Haus zu räumen, was gar nicht so einfach ist. Für manche brauche ich die Sackkarre, aber den steilen Berg hinauf über die 2 Behelfs-Treppenstufen - ui ui ui! Klappt dennoch irgendwie. Sieht fast so aus, als ob ich schon einziehe, obwohl der Fußboden noch gar nicht verlegt ist! Und Blümchen habe ich auch schon; von Astrid.

Samstag, 15. Juli 2017

Bei Freunden

Uups, jetzt hätte ich ja fast vergessen, heute einen Blog zu schreiben....

Die Jungs haben gestern ja schon releativ früh Feierabend gemacht und dann ordentlich einen getrunken. Selbst nach Mitternacht dröhnt noch Black Metall durch's Haus, ganz abgesehen von den Alkoholschwaden. Daher ist es auch kein Wunder, daß ich heute morgen früher dran bin, als die Beiden. Außerdem will ich "noch schnell" fertig streichen, denn ich möchte das Wochenende zu Astrid und Uwe nach Ibestad fahren. Um 8 Uhr schon bin ich auf der Baustelle und fange ganz rasch an, die restlichen weiß zu streichenden Bretter fertig zu stellen. Manche müssen von beiden Seite gestrichen werden und das konnte ich natürlich gestern nicht machen. Also wenden und die Rückseite streichen. Da es gestern so schlimm geregnet hat, sind leider auch einige Bretter beim streichen naß gewesen und haben die Farbe nicht angenommen - die müssen nachgearbeitet werden. Die Jungs sind noch nicht aufgetaucht.
Also mache ich mich an den Rest der Ostwand mit roter Farbe. Heute soll die Hütte fertig gestrichen sein! Läuft alles wunderbar. Wetter spielt mit - trocken aber bewölkt und kühl. Die Jungs sind immer noch nicht da. So, alles zusammenräumen, ich muss vor 12 Uhr loskommen, weil ich in Sjøvegan (1 1/2 Stunden Fahrt) noch Grassamen kaufen will. Als ich vorher nochmal zu Hause vorbeifahre, ist der Bus weg, das Haus steht aber offen. Ich packe meine sieben Sachen, die Jungs sind unsichtbar. Ich habe Bedenken, ob die heute oder morgen überhaupt was arbeiten wollen, denn die Noppenfolie ist noch nicht auf dem Dach und am Montag kommt der Kran, um die Erde hinaufzuhieven. Das muss aber klappen. Darum schreibe ich Mait zur Sicherheit eine Mail - ich hoffe, er liest sie.

Ich versuche, den Weg nach Rolla (Insel, auf der Ibestad liegt) als Tourist zu fahren und die Landschaft zu genießen. Alle Rinnsale, die ich sonst so kenne, sind derzeit fette Wasserfälle. Es hat anscheinend überall so viel geregnet, nicht umsonst ist meine Auffahrt ein einziger Matsch. Aber zum Genießen fehlt mir was...ich komme mir vor, wie in einem schönen Landschaftsfilm im Fernsehen. Ich vermisse das mittendrinsein, das frieren oder schwitzen, den Angriff der Winde und den Duft der See. Alles, was ich auf meinem Motorrad so hautnah mitbekomme bleibt jetzt draußen. Drin regelt die Klimaanlage das "Wohlfühlen".

In Sjøvegan bekomme ich problemlos, was ich haben wollte. Letztes Jahr hatte ich mir hier ja eine Hütte gekauft, die ich dann zurückgegeben habe, weil der Verkäufer Kjell einen Rückzieher gemacht hat. Ich bin ihm aber nicht böse - mein jetziger Platz ist tausendmal besser. Im Gegenteil, ich möchte ihn besuchen und ein wenig schnacken. Kjell spricht praktisch kein Englisch, also muss ich jetzt alle meine norwegisch Register ziehen. Knapp eine viertel Stunde unterhalten wir uns, und ich verstehe sogar einiges (na gut, manchmal rate ich). Kjell bestätigt mir, daß ich seit letztem Jahr einiges dazugelernt habe! Freut mich, aber ich habe nicht gelernt - ich musste nur wegen der Bauerei zwangsläufig öfter mal norwegisch sprechen.

Bei Astrid & Uwe, Ove und Håkon werde ich wie immer herzlich aufgenommen. Sie bereiten sich auf ihren Urlaub mit dem Wohnmobilbus in Deutschland vor und sind ziemlich eingespannt. Damit das Geschäft mit den Touristen weiterlaufen kann, haben sie eine Vertretung aus Deutschland angestellt, aber die muss erst angelenrt werden.  Es gibt Leckeres zu essen und ganz viel zu reden! Ich darf mir morgen auch ein paar Möbel mitnehmen (was halt in's Auto reinpasst), schließlich will ich ja diese Woche um- bzw. "einziehen"! Der Fußboden ist noch nicht einmal eingebaut! Aber das wird schon..... Wir haben einen sehr fröhlichen und kurzweiligen Abend! Ich schlafe heute in der Vikingstua dirket am Meer. Der Sturm tobt um die kreisrunde Hütte......

Freitag, 14. Juli 2017

Spätschicht

Zur Zeit hängen oft dicke Regenwolken am Himmel und verstecken die Sonne. Es ist grau und um Mitternacht musste ich sogar schon Licht anmachen, wenn ich etwas lesen wollte!
Ich trage keine Gürtel, die Hosen haben bei mir immer gut gehalten. Das hat sich geändert, es ist lästig, daß ich die Hosen ständig hochziehen muss. Immerhin, ganz verlieren tu ich sie noch nicht....

Aufgewacht bin ich heute morgen von Schmerzen am rechten Oberschenkel. Fühlt sich an, wie ein blauer Fleck. Davon hab ich ja genug, aber so schmerzhaft? Was hab ich da nur angestellt? Ich muss nachdenken und erinnere mich schließlich daran, daß ich ja gestern durch den Boden gebrochen bin. Ich habe ein fehlendes Brett übersehen und bin zwischen den lose verlegten Fußbodenbrettern eingebrochen. Hab's wohl ganz schnell verdrängt. Aber jetzt prangt da ein handtellergroßer heißer Fleck und erinnert mich daran. Für sowas hab ich keine Zeit - ich will wieder auf die Baustelle. Mir graust schon vor der Zeit, wenn die Jungs weg sind und ich bereits einziehe.

Was kann ich heute tun? Tauno hat gleich früh die Fentser- und Türrahmen angefertig, also kann ich die jetzt anstreichen. Aber es regnet heftig. Ich muss mir unter der Terasse einen Platz einrichten, an dem es möglichst wenig nass ist. Der Platz ist begrenzt und ich muss ganz schön tricksen, damit ich alle Teile unterkriege. Malen ist zwar keine schwere Arbeit, aber dauert ganz schön lange.
Die Jungs machen heute innen den Fußboden fertig. Sie haben auch den Ofen nochmal kurz ausgebaut und die Bodenbretter darunter richtig montiert - ein Stein fällt mir vom Herzen.

Jedoch - der nächste rollt schon an. In Form eines grasgrünen Lastzuges mit Anhänger, so breit wie die ganze Straße. Der bringt die Erde für's Dach. Ich muss meinen Anhänger beiseite schieben und dabei schwappt mir das ganze auf der Plane gesammelte Wasser auf den Rücken. Der Pullover und das T-shirt sind pitschnaß! Pfui.
Die Norweger sind Künstler bezüglich enger Straßen. Der Lastzug fährt etwas an die Seite und alle Passanten konnten vorbeikommen. Der LKW-Fahrer ist gut ausgerüstet, sein Stapler, mit dem er die 10 mannshohen Säcke voller Erde ablädt, ist geländetauglich und gräbt sich durch den Schlamm die Auffahrt herauf. Sieben Tonnen sollen das sein! Mir graut - ob das die dünnen Dachbrettchen aushalten? Und das muss alles da rauf! Und verteilt werden.

Die nassen Klamotten trocknen am besten am Körper, dachte ich mir. Noch ist mir warm. Aber als die Malerei sich zum Ende neigt, merke ich, wie durchgefroren ich tatsächlich bin. Nichts ist getrocknet. Ich beschließe, gegen halb 2 nach Hause zu fahren, mich trockenzulegen und aufzuwärmen. Eine gute Gelegenheit, auch was Warmes zu essen. Kaum eine Stunde später tauchen auch die Jungs auf. Ich vermute, sie haben den Boden fertiggestellt. Um auf dem Dach zu arbeiten ist es heute zu nass. Die Noppenfolie und ein Holzgerüst müssen noch aufgebracht werden, bevor die Erde am Montag hochgehievt werden kann. Das wird alles ganz schön eng!

Nach etwa 3 Stunden bin ich aufgewärmt, satt und faul. Aber ich habe mir vorgenommen, heute noch was zu tun! Spätschicht. Also - wieder hinaus in die feindliche naßkalte Welt. Hose und Pullover sind nur noch minimal feucht, draußen gießt es. Ich möchte die Bretter, die von beiden Seiten zu streichen sind, heute noch fertig machen, damit sie trocknen können. Aber trocknen geht eigentlich nicht - obwohl ich die Terasse doppelt abdecke, troppft es nach unten durch. Die Farbe hält nicht richtig, vermutlich muss ich das eine oder andere Teil nochmal nachbehandeln. Soll ich noch die Ostwand streichen oder nicht? Lust habe ich keine, kalt ist mir auch, und vor dem streichen muss ich wieder einiges vorbereiten: Terasse abdecken, Fenster und Türen abkleben. Ich wurschtle hier und da herum und plötzlich sind die Pinsel ausgepackt und die Farbe angerührt - tja, dann muss ich wohl.... Ich streiche alles, wozu ich auf die Leiter steigen muss und die Umgebung von Fenster und Türen - die müssen nämlich noch mit Dichtband abgeklebt werden. Der Rest kann warten bis morgen. Allerdings habe ich morgen nicht viel Zeit, ich muss vor 14 Uhr in Sjøvegan sein und will danach weiter zu Astrid und Uwe.
21 Uhr. Schluss für heute. Die Jungs sitzen bei Eis und Wein in der Küche und feiern. Ich glaub, ich verdrück mich ganz schnell in mein Bett.


Donnerstag, 13. Juli 2017

Gerüche statt Bilder

Halb zehn. Die Kräfte sind total am Ende. Schon die letzten Stunden ging eigentlich nicht richtig mehr was voran.

Ich bin bereits um kurz nach 7 Uhr losgefahren, um in Harstad diese doofe Wasserleitung zu holen. Der Versandhandel schickt meine Bestellung in ca. 14 Tagen, aber die Wasserleitung wäre da noch nicht mal dabei - sie ist im Rückstand. Also bei Biltema holen. Ich schaue auch nach diesen sonderbaren 4--kant-Bits, die gibt es aber nur im Set mit kleiner Ratsche und allem drum und dran. Muss mit.
Gleich nebenan ist Felleskjøp (die norwegische BayWa), dort will ich Grassamen für das Dach haben. Haben Sie nicht! In DER Großstadt hier? Nur englischen Rasen, der eignet sich aber nicht fürs Dach. In Sjøvegan gibt es das richtige Material, aber Sjøvegan ist ein Kuhnest und 1 1/2 h Fahrt von Evenes weg. Wegen ein wenig Saatgut... Ich rufe Peter Busch und Astrid an, ob zufällig jemand von denen die Tage dorthinfährt - kommt manchmal vor. Diesmal leider nicht. Also heißt mein Plan: am Samstag auf dem Weg zu Astrid und Uwe in Sjøvegan vorbeifahren - liegt quasi auf dem Weg. Ich muss nur an die Öffnungszeiten denken! Zurück nach Evenes. Im Vorbeifahren sehe ich noch einen Gartencenter, aber hat noch lange geschlossen und führt auch keinen Grassamen.

Kurz vor zehn bin ich in Evenes - beim Elektriker vorbeischauen. Ja, angeblich war er schon auf der Baustelle!? Aber nicht am Dienstag, wie besprochen. Nein, am Mittwoch; vermutlich genau zu der Zeit, als ich mal kurz in Bogen war. Auf jeden Fall hat er alles gesehen, was er wissen muss. Wir besprechen noch, was genau der Auftrag ist, wo die Sicherungskästen hin sollen und wann er loslegen kann. Tja, jetzt ist Urlaub - ab nächste Woche. Aber er kann mal einen seiner Angestellten fragen, ob der vielleicht später Urlaub machen und am 24. und 25. bei mir arbeiten will. Ich hoffe, das klappt. Es gibt aber einen Wermutstropfen: er hat meine Kabelführung gesehen und versichert mir, die würden gegen alle norwegischen Regeln verstoßen. Unter dem Boden dürfen sie nur laufen, wenn sie in einem Rohr geführt werden. Zu umständlich. Ansonsten müssen sie sichtbar auf der Wand geführt werden, aber in Kabelkanälen - einfach so ist auch nicht erlaubt. Oder außen am Haus entlang, das ist erlaubt. Oh je. Ich glaube, ich mach erstmal gar nicht mit der Elektrik weiter sondern warte damit, bis der amtliche Teil erledigt ist. Strippen kann ich ja auch im Winter noch ziehen.

Jetzt aber an die Arbeit. Es gießt den ganzen Tag, die Jungs machen jede Menge Innenarbeit, die man aber nicht sehen kann: Türen einstellen, restliche Fenster einbauen, Dichtbänder kleben usw. Ich mache mich an den Küchenboden. Mait zeigt mir, wo die Fußbodenschrauben sind - in jedem Kästchen sind 2 passende Bits enthalten. Tja, Bitset umsonst gekauft. Sieht aber gut aus, bleibt also da.
Das Wasser läuft mir den Rücken hinunter, als ich die Bodenbretter ausbauen will - der Bit überspringt meistens, ich mus sehr stark drücken, damit sich die Schrauben lösen; 2 davon muss ich sogar von Hand absägen, sie lassen sich überhaupt nicht mehr ausdrehen. Manche Bretter sind unter heftiger Spannung verbaut und klemmen jetzt, ich muss erst mühsam herausbekommen, wie ich die am besten auslösen kann. Nächster Haken ist eine Querwand, für die ein Brett ausgesägt werden musste. Dieses muss jetzt sorgfältig ausgefädelt werden, unter Spannung natürlich. Ich mühe mich echt total ab! Es dauert! Geschafft! Jetzt die Elektroleitungen wieder rausreißen und einfach erstmal nur in den Ecken nach unten, unter das Haus führen. Alles andere später. Das erste Brett braucht Durchbrüche für Wasser und Abwasser. Mein Werkzeug ist noch überall versteckt und eingepackt, schließlich will ich den Jungs ja nicht in die Quere kommen. Aber auch das ist irgendwann erledigt. Jetzt also den Boden wieder einbauen. Da dürfte es schon nach 4 Uhr sein. Die Jungs machen jetzt Feierabend - draußen kann man heute nicht arbeiten - zu naß und zu kalt. Bis zum Ofen kann ich den Küchenboden wieder schließen, wie es dort weitergehen kann, muss ich morgen sehen. Tauno muss ja schließlich auch noch unter dem Ofen arbeiten und die Bitumenplatten und Isolation einbauen.
Ich sollte wohl meine Wasserleitungen verlegen, damit Tauno morgen ungestört den Boden machen kann. Ich habe so "flexible" Kunststoffrohre, die in alle Richtungen hüpfen, nur nicht dahin, wo sie hingehören. Die Rohre müssen durch das Grundgerüst des Hauses geführt werden, das heißt, ich muss einge Balken durchbohren (Durchmesser 30 mm). Den Bohrer habe ich sogar - ganz stolz lege ich los. Die ersten 3 Balken gehen noch ganz ordentlich, aber dann wird's heiß - im wahrsten Sinne des Wortes. Der Bohrer glüht, die Balken rauchen, die Maschine läuft heiß! Es qualmt und stinkt fürchterlich. Die Maschine sollte vielleicht mal abkühlen? Immerhin verschafft mir das auch eine Pause. Allerdings eine lange, denn die Bohrmaschine (ist halt keine Bosch) braucht ewig zum kalt werden. Eigentlich kann und mag ich auch nicht mehr, ich weiß nicht, wie ich das heute noch hinkriegen soll. Also pritschle ich ziellos hin und her. Als ich mich ein wenig erholt habe, probiere ich die letzten 3 Bohrungen nochmal - der Bohrer wollte hier vorher keinen Millimeter mehr weiterbohren. Die letzte Kräfte werden mobilisiert und die Bohrmaschine in das Holz gedrückt! Das MUSS jetzt was werden. Bohrer und Maschine wehren sich heftig, ziehen aber letztendlich doch den Kürzeren. Gewonnen! Die Bohrungen sind drin! Ich hatte schon einen Plan B entworfen, die Balken von oben ein Stück einzusägen. Aber so ist es besser.
Die letzte große Herausfoderung ist, die störrischen Rohre da reinzubekommen. Mit ein paar Quetschungen an den Händen schaffe ich aber auch das! Gut so. Irgendwie mag ich aber nicht aufhören. Bin zu kaputt, um in's Auto zu steigen. Also fitzel ich noch die Klebestreifen an 3 Fenstern ab, die beim Streichen als Schutz gedient haben. So kann man auch nochmal ein Stündchen herumbringen. So - jetzt ist aber gut! Schluss, Ende, Aus!

Mittwoch, 12. Juli 2017

Houston, wir haben ein Problem...

...oder zwei.
Erster Gang führt zum Elektriker, der ist gestern nicht aufgetaucht. Es ist kurz vor 9 Uhr, der Laden ist noch geschlossen. Kein Hund, kein Per, kein Auto zu sehen. Das ist aber (noch) nicht das Problem.

Die Jungs waren natürlich schon wieder fleißig und haben den Küchenboden fertig gemacht - allerdings konnte ich noch keine Wasserleitungen verlegen, weil die noch nicht da sind! Also wird der Boden nochmal raus müssen. Aber: sie wollen das Dach fertig machen. Dazu muß der Kamin eingebaut werden und dazu muss der Ofen an der richtigen Stelle stehen. Und der braucht natürlich einen Fußboden! Jetzt unterbauen sie den Ofen mit verkehrt herum provisorisch verlegten Brettern, aber die muss ich ja irgendwann richtig einbauen; der Ofen wiegt 150 kg. Wie soll das gehen? Vor allem, ohne daß der Kamin abstürzt? Der hängt ja eigentlich nur am Ofen dran.
Problem Nr 2 ist die fehlende Glasplatte unter dem Ofen. Angeblich wurde die schon von Deutschland aus nicht mitgeliefert (im April). Da wird es natürlich schwer, zu rklamieren. Außerdem hilft das ja wenig, denn ich brauche die Platte "ganz schnell", um sie mit unter den Ofen verbauen zu können. Also - alle Hebel in Bewegung setzen, im Internet nach einer passenden Platte suchen, einen Verkäufer finden (ist zum Glück unser Haus- und Hof-Baumarkt), dort anrufen und fragen, ob sie vorrätig ist. Natürlich nicht. Frank nimmt den Anruf entgegen und schaut, was er machen kann. Er ruft mich kurz darauf zurück und verspricht mir den Dienstag - früher geht nicht. Die Jungs reisen am Mittwoch ab! Ob die mir jetzt dabei noch helfen können? Das wird jetzt alles ziemlich knapp...

Olav ist in der Zwischenzeit fleißig am organisieren für das Grasdach. Er hat einen günstigen Lieferanten aufgetan, der aber am Samstag in Urlaub geht. Plan A heißt: Dach bis Freitag fertig machen, Samstag Erde mit einem LKW von Evenes in Andøya abholen (ca. 3 h Fahrt) und auf meinem Grundstück abladen. Am Montag kommt von Liland ein Kranwagen, der die Säcke auf's Dach heben kann. Die Jungs sollen dann die Erde verteilen und vielleicht noch einsäen.
Plan B gibt es noch nicht....

Was ist heute geschehen? Die Ostseite des Daches ist zu, der Kamin ist eingebaut, nur von innen noch nicht ganz fertig montiert. Die Halter für's Grasdach sind montiert. Ich habe die Westseite fertig gestrichen, d.h. wann auch immr die Jungs das Hilfsgerüst abbauen, ist mir jetzt egal. Das war mir wichtig. Die Westseite kann ich auch noch später machen, da komme ich gut hin. Für heute war Regen angesagt und in der Tat hat es morgens genieselt. Allerdings hat es im Laufe des Vormittags aufgehört und das haben Mait und Tauno sofort genutzt, um das Dach fertig zu bekommen. Erst am Abend fängt es wieder an, aber jetzt ist ja alles dicht.

Gegen 4 Uhr mache ich mich auf nach Bogen - ich wollte noch bei der Gemeindeverwaltung vorbeigehen. Aber da ist schon geschlossen. Nebenan bie der Post frage ich, ob vielleicht meine Wasserleitungen zufällig dort angekommen sind, aber natürlich nicht. Na gut, dann hol ich mir halt kurz was zu essen, die haben hier meistens ein warmes Stückchen Fleisch und eine Salattheke. Aber natürlich zu norwegischen Preisen - Sehnsucht nach der Audi-Kantine (grins). Der Rückweg führt mich nochmal beim Elektriker vorbei, aber da ist immer noch (oder schon wieder) alles verriegelt. Aber bei Viggo wollte ich noch vorbeigehen, uns für nächste Woche als Mieter abmelden und fragen, in welchem Geschäft ich am besten den Grassamen bekommen kann. Ich versuche, soweit wie möglich mit norwegisch zu kommen; seine Tochter im Hintergrund lobt mich dafür. Natürlich bin ich nicht mit mir zufrieden - aber immerhin, ich merke schon gewisse Fortschritte.

Es ist halb sechs - zu früh für Feierabend. Ich hab noch Hummeln im Hintern. Eigentlich will ich mich nochmal über den Küchenfußboden hermachen. Unterwegs begegnen mir die Jungs, die gerade Feierabend gemacht haben. Also kann ich mich in Ruhe umschauen. Es gibt erstmal noch Einiges auf- oder umzuräumen. So langsam leert sich der Platz! Die kürzlich in Harstad abgeholte Kommode lade ich jetzt auch aus dem Auto, die muss nicht immer mitfahren. Außerdem kann ich ihr einen Platz auf einer leeren Palette anbieten.
Kjetil steht wieder mal an der "spakers corner" vor seinem Bootshaus und philosophiert über Gott und die Welt. Stolz zeigt er mir, daß das Grasdach auf seinem Schuppen nebenan bereits zu grünen anfängt - ja, ein erster Flaum ist tatsächlich sichtbar. Hoffentlich klappt das bei mir auch so gut?
Jetzt aber ran an den Küchenfußboden. Wo sind denn die Schrauben? Ja, die sind sehr gut versenkt. Aber - so einen Schraubenkopf hab ich ja noch nie gesehen?! Innen-4-Kant! Ganz klein! Da habe ich leider keinen passenden Bit dazu. Enttäuscht muss ich meine Sachen einpacken und morgen beichten gehen.

Dienstag, 11. Juli 2017

Weiß, weiß, weiß, sind alle meine Sachen....

Heute bin auch ich schon relativ früh auf den Beinen. Aber ich lasse den Jungs immer gerne den Vortritt in der kleinen Küche. Sie nutzen diese intensiv und kochen leckere Sachen. Aber sie arbeiten ja schließlich auch hart.
Bevor ich zur Baustelle fahre, statte ich dem Elektriker Per Pedersen einen Besuch ab. Der ist so seltsam ruhig. Nach kurzem Zögern erkennt er mich wieder - ich spreche ich auf seinen Urlaub an. Da taut er so langsam auf. Meine Mail hat er vermutlich noch gar nicht gelesen, aber in meinem Beisein sucht er brav danach. Ich bitte ihn, die Meldung an das Kraftwerk auf die Reise zu schicken - ja, er hat alle erforderlichen Daten - und für weitere Absprachen bei mir vorbeizukommen. Ja, aber erst nach 12 Uhr. Um es vorweg zu nehmen - heute ist es wohl nicht mehr 12 Uhr geworden, auf jeden Fall war kein Elektriker zu sehen. Ich glaube, das ist einer von der Sorte, der man immer auf die Füße treten muss. Ich selbst werde so langsam auch zeitlos. Ob heute oder morgen...es geht, wie es geht. Aber vielleicht sollte ich das besser nicht schreiben, falls meine Chefin es liest.

Ganz im Gegensatz zu meinen Jungs Mait und Tauno. Die "schaffen wie die Brunnenputzer"! Selbst am frühen Abend haben sie noch Energie genug, die schweren Dachpapperollen auf die Terasse hochzuschleppen wie nix. An allen Ecken wird heute gewerkelt und am Abend ist der Status folgender: Bitumenboden in der Küche eingelegt und ausgeschäumt. 6 von 9 Fenstern eingebaut, verschraubt und ebenfalls ausgeschäumt. Die Verkleidungen müssen noch gebastelt und bemalt werden. Beide Türen eingebaut - und funktionieren sogar. Die sind "chinesischer Schrott" wie Mait sagt, schwierig einzustellen, nicht ganz passgenau. Dafür haben sie 5 Verrigelungsbolzen und einen Trick beim Zuschließen!
Traufbretter montiert, angestrichen und Dachrinne montiert. Fehlendes Stück beim Baumarkt nachgekauft. Dachpappe auf der Ostseite verlegt - Tauno hat sich dazu extra angeseilt! Zeitlich sieht es gut aus - am 19. fliegen sie anscheinend nach Hause und bis dahin haben sie noch Zeit. Sie freuen sich auch über zusätzliche Arbeit - ist ja bares Geld für sie. Ich bin echt froh, daß ich die Jungs habe. Die sind äußerst professionell, routiniert und genau. 
Da ich ein wenig den Überblick über meine Finanzen verloren habe, momentan eh im Kaufrausch bin und das Dach auf jeden Fall noch diesen Sommer fertig bekommen will, bitte ich sie, auch die Folie für's Grasdach zu montieren. Einverstanden. Olav hat mittlerweile günstige Grasdacherde mit Transport und Kran gefunden und die Jungs werden mir auch die Arbeit, diese zu verlegen, abnehmen! Ich hab gemerkt, auf Leitern und Höhen fühle ich mich nicht so ganz wohl...und die riesigen Noppenflinebanhen würde ich vermtulich alleine gar nicht auf's Dach bekommen. Allerdings glaubt Mait, daß das Dach zu steil wäre und die ganze Erde abrutschen würde. Nach kurzer Beratung schlägt Tauno vor, auf die Folie noch ein Lattengerüst aufzubringen. Sehr gute Idee - gefällt uns allen. Wir können dazu das billigste Holz nehmen, denn wenn es in 1-2 Jahren verrottet ist, hält das Wurzelwerk ohnhin alles zusammen.


Mein Job ist heute "malen" - was sonst. Ragnar hatte schon Mitleid mit mir, malen ist "the hell of a job" meinte er. Da hat er wohl recht, obwohl ich das vorher gar nicht so eingeschätzt hatte. Immerhin ist heute bestes Malerwetter - die Sonne knallt herunter, das Meer liegt ölig zu unseren Füßen. Ich darf die Firstbretter streichen. Dazu brauche ich alle 6 Sägeböcke, die ich zufällig mitgebracht habe! Als ich fertig bin, bietet mir Mait auch schon die ersten Fensterrahmen, Fensterbretter und Stüzen an, die ich auch weißeln könnte. Ein Glück, daß ich gestern diesen Tisch geholt habe - der tut jetzt gute Dienste als Werkbank. Nun aber zurück zum Haus - ich wollte heute die Ost- und Westseite angehen, eigentlich bevor die Fenster eingebaut sind. Aber die Jungs sind einfach zu schnell! Trotzdem schaffe ich es, alle beiden Seiten zu grundieren und die Dachschalung abzukleben, damit die rote Farbe später nicht an die falschen Stellen gelangt. Meine Folienbeklebung der Terasse haben sie einfach abgerissen, da bin ich gar nicht glücklich darüber. Aber vielleicht war die ihnen zu rutschig oder zu nass? Na ja, muss ich sie halt morgen wieder anbringen oder eine andere Lösung finden - ich hab da schon so eine Idee.
Die Hoffnung auf ein wieder weißes T-shirt wurde vom Winde verweht. Dafür sind die weißen Flecken auf meinen mittlerweile sonnengebräunten Armen viel besser sichtbar als das Schwedenrot!


Am Nachmittag zieht es langsam zu und die ersten Tropfen fallen. Morgen und übermorgen ist Regen angesagt. Umso wichtiger war es heute, mit der Malerei und dem Dach voranzukommen. Schnell moch meine bemalten Kunstwerke unter die Terasse in Sicherheit bringen, dann mach ich gegen halb 6 Uhr Feierabend (die Jungs zufällig auch). Also eins kann ich Euch sagen: einen ganzen langen Tag auf den Füßen und fleißig zu sein ist schon eine immense Herausforderung für eine durchtrainierte Marathon-Bürostuhl-Hockerin! Einmal längs durch Amerika ist leichter (oder doch nicht?).

Von der Gürtellinie abwärts tut mir jeder Knochen und Muskel weh! Daher habe ich heute auch gar keine Lust auf kochen, irgendwelchen weiteren Aufwand treiben, ober abzuwarten, bis die Jungs fertig sind. Also muss heute der fetter Burger an der Tanke dran glauben! Und ... uuups, bin ich unterwegs nach Harstad. Schon wieder! Der Weg wird ja jedesmal kürzen, wenn man ihn kennt. Ich brauche Farb- und Lösungsmittelnachschub. Meine Frischhaltefolie (für die Pinsel) und meine Malerhandschuhe waren heute unaffindbar. Garantiert tauchen beide wieder auf, wenn die Malerei vorbei ist.
Auf dem Rückwelg lasse ich mir Zeit - der Körper erholt sich beim Autozockeln und der Kopf kann tun was er will. Ab und zu übt er sich ein wenig in der norwegischen Sprache. Bei den Geschwindigkeiten hier kann ich gelegentlich dabei sogar in's Lexikon schauen. Ich nehme die Küstenstraße und dann den Waldweg nach Tårstad - Elche schauen. Aber die schlafen anscheinend schon.

Montag, 10. Juli 2017

Was man nicht im Kopf hat...

...muss man dann wohl im Tank haben... Aber der Reihe nach.

Gestern abend hat sich mein geschundener Körper gewaltig nach einem erholsamen Bett gesehnt. Das bekommt er auch. Aber während er sich erholen darf, gibt der Kopf keine Ruhe - der hat gestern wohl nicht genügend zu tun bekommen? Warum kommt der nach einem erfolgreichen Tag immer so in Fahrt??? Bis in die frühen Morgenstunden hält er mich wach mit seinen Ideen und Plänen. Aber irgendwann gibt er dann wohl doch auf.

Die Jungs sind heute besonders früh dran - gestern hatten sie ja schließlich auch einen Ruhetag. Da brennen sie sicher auf die Arbeit! Das Dach ist heute dran. Als ich etwas später draußen auftauche, hat sich Tauno als Astronaut verkleidet (Schutzanzug gegen Steinwolle) und turnt auf dem Dach herum. Er hat die obersten Balken fertig gestrichen, so wie ich es mir gewünscht habe. Ich entdecke in den Firstwänden sonderbare große Löcher und frage Mait danach. Olav ist dafür verantwortlich dafür - der läßt zur Luftzirkulation unter Dachpappedächern wohl immer solche Luflöcher einbringen. Na, wenn sich da mal kein Ungeziefer einnistet.

Im Moment störe ich wohl wieder eher, also schaue ich zur Abwechlsung nach Harstad. Dort wird ein Tisch für die Terasse verschenkt, den will ich mir abholen. Es ist unklar, ob die Verschenkerin da ist, telefonisch konnte ich sie nicht erreichen und per Mail hat sie nur geschrieben "wer zuerst kommt, hat zuerst". Die Haustür ist verschlossen, alle Namensschilder sind entfernt und auf mein Klingeln regt sich nichts. Also gehe ich einmal um das Haus herum. Dort finde ich zwar keine Menschen, wohl aber den besagten Tisch. Also nehme ich ihn einfach mit. Als ich damit am Auto ankomme, öffnet sich die Haustür doch und eine nette Dame kommt heraus. Alles in Ordnung. Aber wenn ich möchte kann ich mir noch mehr anschauen. Ich weiß, daß sie auch noch eine Kommode hat, die ich brauchen könnte. Ca. 15 € soll die kosten und ist noch da. Im Keller hat sich auch noch Schätze - ich lege mir einen Heizkörper für 10 € zu und bekomme einen Schwarzwäschekorb dazu geschenkt. Stühle? Nein, ich glaube, die bekomme ich von Astrid und Uwe. Aber sie hat noch einen ganzen Karton voller Geschirr - zu verschenken! Klasse - und ich hatte schon mehrfach überlegt, wo und wie ich günstig an ein paar Tassen und Teller herankomme.
Wo ich schon mal in der Stadt bin muss ich mich noch mit ein paar Dingen eindecken, die ich für die Zukunft brauche: eine Campingdusche mit Duschvorhang (solange ich noch kein fließend Wasser habe) und einen Fahrradanhänger. Mit dem kann ich dann (ohne Auto) Wasser holen oder in Liland einkaufen. Die anderen Positionen auf meiner Liste eilen jetzt nicht so. Also fahre ich voll beladen wieder nach Hause.

Den Tisch baue ich gleich auf, die Jungs können ja morgen dort ihr Mittagessen abhalten. Das Dach ist auf einer Seite isoliert und geschlossen, die andere kommt am Nachmittag dran. Das Firstfenster auf der Südseite ist auch schon eingebaut! Eigentlich müßte ich jetzt ganz schnell alles mögliche streichen: die Westwand, weil das Gerüst dort ja demnächst abgebaut wird, die Firstbretter, weil die eigentlich jetzt dran müssten, die Fensterumrandung, weil ich da selbst später nicht mehr hochkomme. Und in der Küche müsste ich alles verlegen, was unter dem Fußboden verschwinden soll. Warum? Wir müssen den Ofen einbauen und dafür muss der Boden darunter geschlossen sein. Der kürzeste Weg dahin führt über den Küchenboden. Damit fange ich an, denn hier bin ich am wenigsten im Weg. Außerdem habe ich gar keine weiße Farbe?! Mist! Viel zu wenig Kabel habe ich! Ich kann gerade mal 2 Leitungen verlegen und dann ist das Material aus.
Die Jungs haben schon Feierabend gemacht. Ich lege Kabel soweit möglich und breite die Firstbretter auf Sägeböcken zum trocknen aus, so daß ich morgen gleich streichen kann. Außerdem muss mein Hänger jetzt her; ich habe keine Lust, wegen jeder Kleinigkeit zu den Bootshäusern zu laufen. Platz genug ist ja jetzt auf dem Grundstück vorhanden. Das Dumme ist nur, daß beim rückwärtsfahren die Auflaufbremse immer gleich zumacht und die Räder blockieren. Keine Ahnung, was da falsch läuft! Irgendwie schiebt sich der Hänger trotzdem auf dem etwas rutschigen Untergrund mit bockierten Rädern etwa an die Stelle, wo ich ihn haben wollte. Geschafft!

Jetz aber schnell - ich hab nachgeschaut: Biltema (da kriegt man Kabel) schließt um 20 Uhr, es ist kurz vor sieben. Zum Umziehen keine Zeit mehr! Ich flitze nach Harstad.
Flitzen in Norwegen? Ist doch nicht erlaubt. Zum Glück verhindert Petrus jegliche Strafzettel: aus vollen Kübeln gießt er alles aus, was er anzubieten hat! Jetzt erst stelle ich fest, wie tief die Spurrillen auf der vielbefahrenen E10 sind. Schon bei 70 km/h zeigt mir Kevin, wie gut er mit seinen breiten Reifen schwimmen kann! Eine halbe Stunde vor Ladenschluss komme ich an - Kabel bekomme ich, aber Farbe haben sie nicht. Die bekomme ich bei OBS, aber jetzt ist es schon sehr knapp. Dort prangt in Leuchtbuchstaben die Öffnungszeit: bis 23 Uhr! Wow! Hier bekomme ich die ach so wichtige weiße Farbe! Wenn ich mit der morgen so umgehe, wie gestern mit der roten Farbe, dann wird mein T-shirt vielleicht wieder weiß? So, nun nach Hause, abendessen und in's Bett. Halt - vorher noch Blog schreiben.

Sonntag, 9. Juli 2017

Yeah - Wale!!!

Der Tag fängt "gut" an - meinen Frühstückstee kippe ich über Laptop und Handies aus - scheint aber alles nochmal gutgegangen zu sein. Abgesehen von der Sauerei - roter Früchtetee. Aber stimmt, das ist ja der Einstieg in einen neuen "roten" Malertag. Vielleicht.
Mait und Tauno feiern heute Sonntag, somit habe ich auf der Baustelle freie Fahrt. Die Südwand ist mit grundieren dran.
Es herrscht ein fantastisches Sonntagswetter! Viel zu schön zum arbeiten. Viel zu warm zum arbeiten! Der Schweiß läuft mir schon bald von der Stirn. Ich dachte, die Südseite wird easy, weil ja ebener Untergrund für die Leiter da ist.  Aber - der Firstbalken liegt etwa 5 m höher und kragt 1,5 m über die Wand hinaus! Da habe ich Zwerg überhaupt keine Chance. Ich mühe mich ab mit Leitern, Pinselverlängerungen und baue auch ein wackeliges Gerüst aus zwei Leitern und ein paar Planken. Aber da traue ich mich dann doch nicht hinauf - ist sicher auch besser so. Mit furchtbar viel Leiter umbauen erreiche ich dann doch an die meisten Stellen. Bis auf den Firstbalken und den vordersten Teil der nächstniederen Balkenlage kann ich alles erwischen. Über Kopf.  Mit strecken. Warm! Aber dafür trocknet die Grundierung ja auch schön schnell. Eigentlich soll sie ja einen Tag trocknen, aber ich mag mich morgen vor den Jungs nicht blamieren, also fange ich schon mal an den schwierigen Stellen mit Farbe an. Ja, es ist nicht nach Vorschrift. Und nach Vorschrift müsste ich auch die Farbe noch eine zweites Mal auftragen - aber ich bin sicher, das mache ich in diesem "Urlaub" nicht mehr!

In der Mittagspause genieße ich zum ersten mal auf einem Stuhl ganz bequem und bei Sonnenschein meine Terasse über dem Meer! Ist das herrlich! Und diese himmlische Ruhe!

Am Nachmittag zieht etwas Bewölkung auf, was das Arbeiten etwas leichter macht. Weiter geht's - es ist ja erst Halbzeit. Die Grundierung ist trocken und weil ich schon rot bin, mach ich einfach weiter. Mein Ehrgeiz ist jetzt, heute die Südwand fertig zu bekommen! Es ist schwierig, weil ich mit der Verlängerung den Pinsel nicht optimal führen  kann und dann die Farbe oft nicht deckt. Aber mich beobachtet ja keiner. Da kann ich mich gerne doof anstellen.
Ab und zu führt schon mal jemand vorbei, manche winken. Ein Mädchen mit rullerski (Langlaufski mit Rollen für den Sommer) rollert mehrmals vorbei. Eine Horde Harleyfahrer donnert vorüber.
Ragnar muss am Bootshaus etwas sägen, auf dem Rückweg fange ich ihn ab und teile ihm mit, daß ich demnächst auf seinem Grundstück graben muss, um das Elektrokabel legen zu können. Ok.
Kjetil holt ein paar Sachen aus seinem Bootshaus und schüttelt sich beim Anblick meiner Farbe. Traditionelle norwegische Bauernhausfarbe! Nichts für einen Architekten mit sehr ungewöhnlichem Geschmack! Aber er verkauft ja zum Glück alles drum herum, so daß er den Anblick nicht lange ertragen muss. Mit Kjetil kann man eingentlich nur blödeln....
Später fährt suchend ein roter VW-Bus vorbei, wendet, kommt in die Einfahrt. Was die wohl wollen? Ah, sie suchen Jans Haus, das zu verkaufen ist. Ganz da oben - steil hinauf - mit Schwung!
Und dann spaziert ein Mann mit Hund vorbei, der normalerweise immer vorbeijoggt. Wir haben uns schon ein paarmal zugewunken, aber diesmal scheint er reden zu wollen. Gut - dann lerne ich wieder einen Nachbarn kennen. 1 km weiter wohnt er, in einem grauen Haus und heißt Arne. Er spricht leider nur norwegisch, was ihm aber anscheinend nichts ausmacht. Er ist ganz schön neugierig und das Wichtigste scheint er zu verstehen - und ich auch. Mein Haus gefällt ihm. Ja, er darf mal reinkommen und sich alles anschauen. Als er sich dann verabschiedet, ist das schon fast ein bischen zu vertraulich - ich glaube, an langen dunklen Wintertagen laden ich ihn lieber nicht ein.

Endspurt - nur noch das Stück unterhalb der Fenster braucht Farbe. Das kann ich gemütlich am Boden sitzend bearbeiten. Irgendetwas stört mich jetzt aber, ein sonderbares Platschen. Mehrmals. Ja - Wale!!!! Es ist kaum was von ihnen zu sehen, nur ein kleines Stück der Rückenflossen ist manchmal zu erahnen. Sie sind von den Lofoten in den Fjord hereingekommen bis kurz hinter die Bootshäuser, dann drehen sie wieder um. Aber eine Zeitlang kann ich sie hier genießen, kaum 100 m vom Ufer weg! Aber hören kann ich sie, sie plätschern ein bischen. Aber am spannendsten ist ihr Atem - das klingt wie Darth Wader! Hoffentlich darf ich das noch oft erleben. Ist das nicht herrlich? Genau aus diesem Grund habe ich mich ja in dieses Grundstück verliebt!

Mit Terpentin pinsle ich mich selbst ein, um die dicke rote Farbkruste von den Armen zu bekommen. Sie verwandelt sich immerhin in einen Schleier. Zu Hause rücke ich ihr noch mit Seife und Bürste zu Leibe, aber ich muss vermutlich darauf vertrauen, daß auch Menschen sich ab und zu häuten.
In der Hoffnung, daß der Rotschleier wenigstens von Hemd und Hose verschwindet, kommen die Klamotten heut noch in die Waschmaschine. Wenn die schleudert, wackelt das ganze Haus. Manchmal wandert sie auch etwas in der Küche umher. Fleißig ist sie schon, aber die Farbe hält (hoffentlich auch am Haus)! Immerhin riecht die Wäsche jetzt wieder anders....

Spät kommt Viggo noch vorbei, um die Mülleimer rauszustellen. Ein kurzes Hallo und Gute Nacht.

Samstag, 8. Juli 2017

Variable Größe...

...hat meine Hütte! Als wir den Grundriß ausgemessen haben, bin ich über die Größe erschrocken. Als der Grundrahmen und die Terasse dann abgesteckt waren, war doch noch mher Grundstück übrig als gedacht. Als die Wände gestanden haben und ich die Räume erleben konnte, fühlte es sich kuschelig klein an. Heute habe ich "nur" die Nordwand gestrichen - die Hütte fühlt sich unendlich groß an!!! Maler sind herzlich willkommen!

Gestern habe ich ja die Grundierung aufgebracht und schon festgestellt, daß es an dem steilen Berg sehr schwierig ist, einen Platz für die Leiter zu finden. Heute bin ich schlauer geworden und habe mir eine kleine Plattform gebastelt, mit variablem Stützfuß. Die kann ich bei Bedarf versetzen und so der Leiter einen guten Stand geben. Ein Glück, daß die Jungs meinen Pfusch gestern nicht gesehen haben. So muss ich mich auch nicht schämen, als Mait mal um die Ecke schaut. Dennoch ist es sehr mühsam, die Plattform zu installieren, Leiter aufbauen und anpassen (man kann sie verstellen), hochkrakeln und dann soweit die Arme reichen zu sterichen. Den ganzen Tag auf der Leiter, das spüren die Füße! Dort wo die Leiter am Haus anliegt, bleibt natürlich ein Stückchen ungestrichen. Das kann ich zum Glück aber mit einer Besenstil-Verlängerung übermalen.

Die Jungs machen heute schon bald Feierabend - erstens ist Samstag und zweitens ist innen alles fertig. Ich denke, sie wollen am Stück arbeiten und das Dach schließen können, wenn sie das Haus wieder auspacken. Also kann ich ab ca. 14 Uhr ungestört herumtrödeln und mich blöd anstellen. Erst spät habe ich die obere Hälfte fertig gestrichen. Die untere Hälfte geht dafür zum Glück recht schnell. Immerhin ist es dann doch halb sieben, bis ich fertig bin. Am schlimmsten sind die Reinigungsarbeiten - die Farbe überall dort wieder wegzubekommen, wo sie sicher nicht hingehört - z.B. an Werkzeug, Leiter oder an Susanne. Ich seh aus wie ein Indianer...
Ich bin so kaputt heute abend, daß ich keine Lust auf kochen mehr habe. Also fahre ich zur Tanke, mit dem festen Vorsatz, mir einen Burger mit Allem zu gönnen (die kosten hier ca. 10 €!). Aber - die Küche ist schon geschlossen. Es gibt nur noch Würstchen und Kuchen.

Nebenher organisiere ich Wasser- und Abwasserrohre, suche schon mal nach einem Fahrradanhänger (damit ich nächstes Mal ohne Auto Wasser vom Brunnen holen kann) und gebe den Startschuß für den Elektriker. Die Ladung Ofenrohre muss ich morgen noch kontrollieren (auf norwegisch), da ist unklar, ob tatsächlich noch Teile fehlen oder nicht.

Zu Hause sitzen die Jungs in duftiger Weinlaune in der Küche. Ich bringe noch ein "Sonntagsbier" vorbei. Die Stimmung wird immer gelöster und Mait versucht zu erklären, warum er bezüglich meines Videos so hart reagiert hat. Er hat sich später gewundert, warum ich nicht gefilmt habe, als sie das Haus aufgestellt haben...? Na ja, jetzt ist es vorbei - Schnee von gestern. Schließlich können wir die Hütte ja nicht wieder abbauen und neu aufbauen, nur um zu filmen.

Freitag, 7. Juli 2017

Halb Zehn - Feierabend!

Olav hat gemeldet, daß der Kamin in Harstad angekommen ist. Also werde ich ihn heute abholen. Das Paket könnte knapp in mein Auto reinpassen - eine Europalette paßt ja schließlich angeblich rein. Ich mach mir einen großen Einkaufszettel und melde Astrid, daß ich heute in Harstad anzutreffen bin. Vielleicht könnte ich mich ja mit Uwe treffen? Der hat mittags Feierabend.

Im ersten Baumarkt die viel zu teure Wasserleitung zurückgeben (habe im Internet eine günstigere Quelle gefunden). Im zweiten (Bau)markt wollte ich Fußbodenöl holen und bin stattdessen mit einenm Messerset herausgekommen. Im dritten Baumarkt verbringe ich den Rest des Vormittags. Sverre hat mir schon mal so nett gehofen, da geh ich doch gleich wieder hin. Ja, hier haben sie auch das Fußbodenöl. Eine Abflussrohraufhängung, die mir gestern sehr zu schaffen gemacht hat, weil sie nicht funktionierte, kann ich zurückgeben. Ja, sie ist defekt. Ich nehme aber keine neue mit, weil ich mir gestern aus Rolladengurt was gebastelt habe, das hält.
Ich bräuchte noch 'ne Menge Holz für die Verkleidung meines "Hochsitzes" und für das Terassengeländer. Einen Anhänger kann ich kostenlos ausleihen - und ja, es soll alles draufpassen. Bis ich alles beieinander habe dauert es Stunden, denn das Holz muss gefunden und hervorgekramt werden. Die Palette mit dem Ofenrohr würde reinpassen, wenn sie nicht so hoch beladen wäre. Also muß ich doch alles auspacken und einzeln in den Amarok verfrachten. Voll! Klappe zu! Ich wollte doch nur ein einfaches Ofenrohr mit eine Dächlein obendrauf! Und jetzt habe ich ein ganze Auto voll Ofenrohr? Bin gespannt, was das alles sein soll.

Das Holz - bis zu 6 m lang - wird mit dem Stapler auf den Anhänger gelegt; der geht dabei ganz schön in die Knie. Vorder- und Rückwand gibt es hier schon lange nicht mehr. Damit die Seitenwände nicht herunterklappen bindet der junge Mann sie mit einem dünnen Schnürchen zusammen. Für die Ladungssicherung bin ich selbst verantwortlich. Ich muss alle meine Spanngurte zusammensuchen, damit ich das Paket einigermaßen fest bekommen. Angehängt bekomme ich den schweren Anhänger grade noch so, aber das Sicherungsseil ist schon abgerissen und der elektrische Stecker paßt nicht zu meiner Dose. Der Adapter hängt in Evenes am anderen Hänger. Papiere bekomme ich auch keine. Wird schon gut gehen..... Die hinausragenden Bretter binde ich noch mit einem Gurt zusammen, denn die untersten Bretter hängen ganz schön weit herunter und schleifen fast auf der Straße. Hat allerdings nichts genützt, denn diesen Gurt habe ich anscheinend unterwegs dann verloren. Kevin schnauft ordentlich mit der Last, aber er ist stark! Kein Problem für ihn. Außerdem darf ich ja eh nicht schnell fahren.

Als ich Harstad kurz nach 12 Uhr verlasse, bekomme ich Nachricht von Uwe. Er hätte Zeit gehabt, aber meine Anfrage zu spät gelesen. Na, macht nix. Wir sehen uns noch!
Heute sind extrem viele Motorräder unterwegs, meist in großen Herden. Ob da irgendwo ein Treffen ist? Oder ist das nur der normale Sommerwahnsinn? Einen hat's erwischt - an der Abzweigung nach Evenskjer liegt ein Moped ziemlich demoliert im Graben. 3 Sankas stehen da - und natürlich jede Menge Polizei. Die regeln zum Glück nur den Verkehr und wollen von meiner Elektrik nichts wissen.

Ich komme heil in Evenes an und beginne gleich, den Hänger abzuladen. (Hab natürlich vergessen, ein Bild von der abenteuerlichen Fuhre zu machen.) Das ganze Holz ist schon ein Stück nach hinten gewandert, nach weiteren 100 km hätte ich es sicher verloren. Von Hand abladen - puh. Aber das ist ja gutes Training für alles, was noch vor mir liegt.
In der Hütte geht der Innenausbau voran. Das Dach über dem Schlafboden ist schon zum großen Teil verkleidet, die Dampfsperre ist eingebaut. Die Isolation kommt später von außen drauf. Die gesamte Trennwand für den Schlafboden ist entfallen, stattdessen hat Mait in aufwändiger Kleinarbeit aus den nicht benötigten Balken Stützen gebaut. Gefällt mir - so wollte ich es haben. Und Mait gefällt es auch! Tauno macht ein Telefonpäuschen auf dem Dachboden - so kann man es aushalten; und einen herrlichen Ausblick hat man auch dabei. Wir haben heute nämlich wieder strahlendes Wochenendwetter! Trocken!

Also, kann ich jetzt endlich mit streichen beginnen? Ja! Aber erst muss ich noch den Anhänger zurückbringen - 50 min nach Harstad, 50 min zurück. Da komme ich grade recht zum Feierabend. Die Jungs haben ja heute auch schon viel gearbeitet. Schichtwechsel - jetzt kann ich ja anfangen.

In meinem Briefkasten findet sich sogar das Lokalblättchen! Ich gehöre wohl schon dazu?
Und - habe ich schon erzählt, daß ich den Mautsender ausgebaut habe? Jetzt wird (hoffentlich) nichts mehr abgebucht. Die kassieren in Harstad an 2 Stellen, wenn man reinfährt und beim rausfahren wieder - also insgesamt 4 mal!!!

Ich beginne mit der Nordseite (Ost- und Westseite sind ja noch in Folie eingepackt). Aber oh je, der Teufel liegt im Detail. Hinter der Hütte haben wir ja steilen, schroffen Felsen, gemischt mit rutschigen Wasseradern. Eine Leiter kann man da gar nicht anstellen! Und jetzt? Die meiste Zeit verbringe ich damit, eine Unterkonstruktion für die Leiter zu basteln und diese bei jedem Versatz neu anzupassen. Hoffentlich rutscht nichst weg. Ein Glück, daß die Profis weg sind - die hätten sonst bestimmt was zu lachen oder zu meckern gehabt. Als die Sonne hinterm Svartberg verschwindet wird es kühl. Ich gebe Gas, damit ich die Wand heute noch fertig bekommen. Aber Zeit für einen kleinen Schwatz mit den Nachbarn Anneliese und Björn ist allemal. Sie sind beruhigt, daß die Hütte doch nicht ganz so hoch geworden ist, wie die Terasse befürchten ließ. Ragnar und Eva sind auch wieder da, aber wir haben uns nur kurz zugewunken. Vielleicht morgen....
Als ich um den Svartberg herumfahre und in die Bucht von Evenes schaue, blendet mich die Sonne!